[Rezension] Die letzen Tage von Rabbit Hayes.

978-3-499-26922-6Es ist kein Geheimnis, dass Rabbit Hayes am Ende dieses Buches gestorben sein wird. Es ist auch kein Geheimnis, dass man als Leser große Gefahr läuft die ein oder andere Träne zu vergießen, wenn der Titel des Buches schon mit „Die letzten Tage von..“ beginnt. Auf diesen Wall an Trauer und Verzweiflung, der mich beim Lesen überwältigte, war ich jedoch nicht gewappnet.

Jede Person in diesem Buch war so authentisch, so warmherzig, fehlerbehaftet und ehrlich, dass ich mit jedem einzelnen mitleiden musste. Mit jedem auf ganz unterschiedliche Weise, so wie eben auch jeder Mensch auf seine Weise trauert. Da spürt man die Verzweiflung einer Mutter und eines Vaters, die es ihr Leben lang gewohnt waren für ihre Kinder zu kämpfen und die einfach nicht mit der Vorstellung leben können und wollen, dass sie es sein werden die am Grab ihrer Tochter stehen. Dann sind da noch eine Schwester, ein Bruder und eine beste Freundin, die auch versuchen Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen. Und nicht zu vergessen: Die 12-Jährige Tochter von Rabbit, der keiner wirklich reinen Wein einschenken will, wie es um den Gesundheitszustand ihrer Mutter steht. Am Meisten berührt hat mich an der ganzen Geschichte vor allem die Beziehung zwischen Rabbit und ihrem Vater, bei dem meiner Meinung nach die Verzweiflung am deutlichsten zu spüren war.

Kurzzeitig hatte ich während Rabbits Erinnerungen an ihre Jugend, die sie in ihren fieberhaften Schlafzuständen heimsuchen, das Gefühl die Autorin übertreibt es etwas mit dem Drama. Dennoch musste ich zum Abschluss jedoch feststellen, dass mich diese Geschichte ebenfalls zu tiefst berührt hat und dem Buch als Gesamtwerk überhaupt nicht geschadet hat.

„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ zeigt meiner Meinung nach, dass es kein richtig oder falsch im Umgang mit dem Tod gibt. Und obwohl die ganze Geschichte so vollends tragisch ist, erscheint mir das Buch doch auf seine Art -auch wenn ich das Wort hasse – lebensbejahend. Ein Plädoyer für die Liebe, das trotzdem nichts beschönigt und offen darlegt, dass das Leben manchmal einfach ungerecht und beschissen sein kann.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass hier beim Lesen Erinnerungen geweckt, wenn man selbst eine ähnliche Situation als Angehöriger durchstehen musste. Mir blieb es bis jetzt zum Glück erspart. Trotzdem hat mich während des Lesens immer wieder Panik ergriffe, dass mir selbst einmal ähnliches passiert. Wer die Krebsthematik erträgt und leicht masochistische Züge hat: Lesen!

Seiten: 464
Preis: 12,00 (Taschenbuch)
Erscheinungsjahr: 2014
Einzelband

⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sterne von mir!

 

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