Julia Engelmann.

„Und weißt du Dinge werden wahr, wann man sie oft genug sagt, oft genug sagt: Heute war ein schöner Tag.“ Julia Engelmann – LIVE im Zirkus Krone

Jetzt ist es mittlerweile gute drei Jahre her, dass ich mein Abitur gemacht und Julia Engelmann für mich entdeckt habe. Ganz klassisch über Youtube mit ihrem Text „Eines Tages, Baby..“. Dass hat mich dann direkt mit so viel Enthusiasmus erfüllt, dass ich den Text zur Entlassfeier beim Abigottesdienst vorgetragen habe. Letztes Jahr wollte ich dann unbedingt zu ihrer Lesung nach München gehen. Das hat leider nicht geklappt aus…Gründen.

Jetzt habe ich es aber letztes Wochenende tatsächlich geschafft, sie endlich live zu sehen und kann es wirklich jedem empfehlen.

Die Gestaltung der Bühne war mit ein paar Aufstellern ihrer Zeichnungen sehr schlicht gehalten. Als Spezialeffekt diente lediglich: ganz, ganz viel Konfetti, das auch zu Hauf genutzt wurde. Was sich im Vergleich zur Lesung im Vorjahr – wie mir berichtet wurde – geändert hat, war die musikalische Ergänzung durch zwei Musiker.

Und ich glaube es lag durchaus auch an der Musik, die mein emotionales Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich war tendenziell von Beginn an in eher rührseliger Stimmung, dann kamen Julias Texte und dann auch noch teilweise untermalt mit Musik. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass ich beinahe bei jedem Text mit den Tränen kämpfen musste. Natürlich deswegen, weil sie teilweise sehr traurig waren. Gerade bei „Für meine Eltern“ oder „Grapefruit“ sind bei einigen im Publikum die Tränen geflossen. Julia und ihre beiden musikalischen Begleiter haben es meiner Meinung nach geschafft, für jeden Text genau die richtige Stimmung zu erzeugen. Sei es, dass wir mit ihnen tanzen, weinen oder unser Leben lieben. Und so summe ich seit Sonntag in meinem Kopf: „Und weist du Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt. Heute wird ein schöner Tag.“ Und es gibt doch fast nichts schöneres, als einen Abend mit diesem Mantra zu verlassen.

Was ich persönlich nicht gebraucht hätte, war die Fragerunde. Zwar finde ich es extrem mutig von Julia, sich direkt Fragen aus dem Publikum zu stellen. Meistens stehen an solchen Stellen aber immer Menschen mit komischen Fragen auf, die sich oft nur in ihrem Fandasein Selbstdarstellen möchten. Und so ging fast eine halbe Stunde „verloren“.

Mit der Textauswahl war ich super zufrieden. Ich finde es war eine tolle Mischung aus heiteren und nachdenklichen Texten und es wurden auch alle ihre „Klassiker“ vorgetragen.

Und ein Tipp an alle, die Julia noch sehen werden: Sie nimmt sich nach der Lesung die Zeit mit jedem einzelnen zu reden, Fotos zu machen und Autogramme zu geben. Leider mussten wir zu unserem letzten Zug hetzen, sodass es uns nicht möglich war darauf zu warten.

Zum Schluss möchte ich Euch noch einen Gedanken weitergeben, der mir sehr gefallen hat. Julia Engelmann hat einen Text über einen kleinen König geschrieben. Und gesagt, dass sie sich das Gehirn vorstellt, wie einen König, der in einem Schloss wohnt und versucht alles zu beherrschen. Und dann hat sich auch gesagt, als was sie sich das Herz oder die Liebe vorstellt. Sie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie sich die Liebe, wie einen verwirrten Zauberer vorstellt. Der kann zwar zaubern, hat aber andererseits absolut nichts unter Kontrolle. Ich glaube bisher noch keine treffendere Beschreibung dieser Liebe gehört. Mit diesen Worten beende ich also meine Empfehlung an Euch alle, wenn möglich, eine Lesung von Julia Engelmann anzuhören und die deutsche Sprache auf ganz andere Art und Weise kennenzulernen.

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