Buch Wien 2017.

Am Samstag den 11. November verschlägt es mich nach Wien auf die Buch Wien 2017. Ja warum eigentlich Wien? Zugegebenermaßen reizt mich Frankfurt oder Leipzig doch mehr. Aber Wien hat auch ganz schön viel zu bieten und lag schon rein geographisch in der weitaus erschwinglicheren Wahl der Möglichkeiten. Da dies meine erste Buchmesse sein wird, kann ich leider noch sehr wenig vorwegnehmen. Für die Messe habe ich mir folgende Veranstaltungen und Lesungen vorgenommen zu besuchen:

12.00     Slavenka Drakulic – Dora und der Minotaurus

13.00     Alva Sokopp – Gut gekühlt ist fast geerbt

15.00   Melanie Raabe, Thomas Raab, Bernhard Aichner – NEWS Leselounge: Krimi-Runde

Ich bin schon gespannt was mich alles erwartet und werde euch auf das Freudigste berichten!

Julia Engelmann.

„Und weißt du Dinge werden wahr, wann man sie oft genug sagt, oft genug sagt: Heute war ein schöner Tag.“ Julia Engelmann – LIVE im Zirkus Krone

Jetzt ist es mittlerweile gute drei Jahre her, dass ich mein Abitur gemacht und Julia Engelmann für mich entdeckt habe. Ganz klassisch über Youtube mit ihrem Text „Eines Tages, Baby..“. Dass hat mich dann direkt mit so viel Enthusiasmus erfüllt, dass ich den Text zur Entlassfeier beim Abigottesdienst vorgetragen habe. Letztes Jahr wollte ich dann unbedingt zu ihrer Lesung nach München gehen. Das hat leider nicht geklappt aus…Gründen.

Jetzt habe ich es aber letztes Wochenende tatsächlich geschafft, sie endlich live zu sehen und kann es wirklich jedem empfehlen.

Die Gestaltung der Bühne war mit ein paar Aufstellern ihrer Zeichnungen sehr schlicht gehalten. Als Spezialeffekt diente lediglich: ganz, ganz viel Konfetti, das auch zu Hauf genutzt wurde. Was sich im Vergleich zur Lesung im Vorjahr – wie mir berichtet wurde – geändert hat, war die musikalische Ergänzung durch zwei Musiker.

Und ich glaube es lag durchaus auch an der Musik, die mein emotionales Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich war tendenziell von Beginn an in eher rührseliger Stimmung, dann kamen Julias Texte und dann auch noch teilweise untermalt mit Musik. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass ich beinahe bei jedem Text mit den Tränen kämpfen musste. Natürlich deswegen, weil sie teilweise sehr traurig waren. Gerade bei „Für meine Eltern“ oder „Grapefruit“ sind bei einigen im Publikum die Tränen geflossen. Julia und ihre beiden musikalischen Begleiter haben es meiner Meinung nach geschafft, für jeden Text genau die richtige Stimmung zu erzeugen. Sei es, dass wir mit ihnen tanzen, weinen oder unser Leben lieben. Und so summe ich seit Sonntag in meinem Kopf: „Und weist du Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt. Heute wird ein schöner Tag.“ Und es gibt doch fast nichts schöneres, als einen Abend mit diesem Mantra zu verlassen.

Was ich persönlich nicht gebraucht hätte, war die Fragerunde. Zwar finde ich es extrem mutig von Julia, sich direkt Fragen aus dem Publikum zu stellen. Meistens stehen an solchen Stellen aber immer Menschen mit komischen Fragen auf, die sich oft nur in ihrem Fandasein Selbstdarstellen möchten. Und so ging fast eine halbe Stunde „verloren“.

Mit der Textauswahl war ich super zufrieden. Ich finde es war eine tolle Mischung aus heiteren und nachdenklichen Texten und es wurden auch alle ihre „Klassiker“ vorgetragen.

Und ein Tipp an alle, die Julia noch sehen werden: Sie nimmt sich nach der Lesung die Zeit mit jedem einzelnen zu reden, Fotos zu machen und Autogramme zu geben. Leider mussten wir zu unserem letzten Zug hetzen, sodass es uns nicht möglich war darauf zu warten.

Zum Schluss möchte ich Euch noch einen Gedanken weitergeben, der mir sehr gefallen hat. Julia Engelmann hat einen Text über einen kleinen König geschrieben. Und gesagt, dass sie sich das Gehirn vorstellt, wie einen König, der in einem Schloss wohnt und versucht alles zu beherrschen. Und dann hat sich auch gesagt, als was sie sich das Herz oder die Liebe vorstellt. Sie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sie sich die Liebe, wie einen verwirrten Zauberer vorstellt. Der kann zwar zaubern, hat aber andererseits absolut nichts unter Kontrolle. Ich glaube bisher noch keine treffendere Beschreibung dieser Liebe gehört. Mit diesen Worten beende ich also meine Empfehlung an Euch alle, wenn möglich, eine Lesung von Julia Engelmann anzuhören und die deutsche Sprache auf ganz andere Art und Weise kennenzulernen.

[Rezension] Die letzen Tage von Rabbit Hayes.

978-3-499-26922-6Es ist kein Geheimnis, dass Rabbit Hayes am Ende dieses Buches gestorben sein wird. Es ist auch kein Geheimnis, dass man als Leser große Gefahr läuft die ein oder andere Träne zu vergießen, wenn der Titel des Buches schon mit „Die letzten Tage von..“ beginnt. Auf diesen Wall an Trauer und Verzweiflung, der mich beim Lesen überwältigte, war ich jedoch nicht gewappnet.

Jede Person in diesem Buch war so authentisch, so warmherzig, fehlerbehaftet und ehrlich, dass ich mit jedem einzelnen mitleiden musste. Mit jedem auf ganz unterschiedliche Weise, so wie eben auch jeder Mensch auf seine Weise trauert. Da spürt man die Verzweiflung einer Mutter und eines Vaters, die es ihr Leben lang gewohnt waren für ihre Kinder zu kämpfen und die einfach nicht mit der Vorstellung leben können und wollen, dass sie es sein werden die am Grab ihrer Tochter stehen. Dann sind da noch eine Schwester, ein Bruder und eine beste Freundin, die auch versuchen Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen. Und nicht zu vergessen: Die 12-Jährige Tochter von Rabbit, der keiner wirklich reinen Wein einschenken will, wie es um den Gesundheitszustand ihrer Mutter steht. Am Meisten berührt hat mich an der ganzen Geschichte vor allem die Beziehung zwischen Rabbit und ihrem Vater, bei dem meiner Meinung nach die Verzweiflung am deutlichsten zu spüren war.

Kurzzeitig hatte ich während Rabbits Erinnerungen an ihre Jugend, die sie in ihren fieberhaften Schlafzuständen heimsuchen, das Gefühl die Autorin übertreibt es etwas mit dem Drama. Dennoch musste ich zum Abschluss jedoch feststellen, dass mich diese Geschichte ebenfalls zu tiefst berührt hat und dem Buch als Gesamtwerk überhaupt nicht geschadet hat.

„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ zeigt meiner Meinung nach, dass es kein richtig oder falsch im Umgang mit dem Tod gibt. Und obwohl die ganze Geschichte so vollends tragisch ist, erscheint mir das Buch doch auf seine Art -auch wenn ich das Wort hasse – lebensbejahend. Ein Plädoyer für die Liebe, das trotzdem nichts beschönigt und offen darlegt, dass das Leben manchmal einfach ungerecht und beschissen sein kann.

Natürlich kann ich mir vorstellen, dass hier beim Lesen Erinnerungen geweckt, wenn man selbst eine ähnliche Situation als Angehöriger durchstehen musste. Mir blieb es bis jetzt zum Glück erspart. Trotzdem hat mich während des Lesens immer wieder Panik ergriffe, dass mir selbst einmal ähnliches passiert. Wer die Krebsthematik erträgt und leicht masochistische Züge hat: Lesen!

Seiten: 464
Preis: 12,00 (Taschenbuch)
Erscheinungsjahr: 2014
Einzelband

⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sterne von mir!

 

Ganz allgemein…

…sollte wohl klassischerweise hier die erste Rezension und somit der unmittelbare erste Blogeintrag von Theodor Fontanes Effi Briest handeln. Denn als Namensgeber, wenn auch ungewollt und auf ungemein belächelnde Art und Weise, sollte es dem Werk Respekt zollen. Wir entscheiden uns dagegen und halten den allerersten Blogeintrag etwas allgemein und nüchtern.

Wie schon die mehr als 1000 uns vorausgehenden literarischen Blogs, erscheinen auch hier Rezensionen, dennoch darf mit Freuden diskutiert und kritisch auseinandergesetzt werden. Über rege Diskussionsbeteiligung zu den Werken oder unserer ausladenden Meinung wird mit Begeisterung unsererseits gegenargumentiert. Dennoch hoffen wir sehr, auch wenn ein Einstieg ein etwas langwierigeres Unterfangen wird, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen und Leserschaft für uns zu gewinnen. Zudem bieten wir Informationen, unter der Rubrik Wie war das nochmal, um einen Überblick der vorangegangenen Ausgaben einer Bandreihe wieder zu erlangen. Natürlich auf eigene Gefahr hin gespoilert zu werden.

Ab und zu werden auch Blogbeiträge und Rezensionen von Kommilitonen und Freunden erscheinen. Ebenso wird eine Art Kolumne, die gesellschaftlichen Diskurse der jüngeren Generation nachgeht, erscheinen.

Falls wir jetzt schon die ersten Leser zu sehr gelangweilt und verscheucht haben, so tut es uns nicht leid.

Willkommen bei Effi niestEin weite[re]s Feld!

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