[Geplauder] Teil II: Indiebücher und Offlinebuchhandel.

Nach großem Tamtam und Umzug – mit doch ein wenig mehr Sack und Pack als gedacht – bin ich schließlich wieder in meiner Heimat Stadt Wangen im Allgäu und konnte es ja nicht auf mir sitzen lassen, eben noch immer nicht in der neuen städtischen Buchhandlung gewesen zu sein. Also habe ich mich aufgemacht und es gewagt mich einmal dort umzusehen. Zuerst einmal zu der Lage in der Herrenstraße, wohlgemerkt der kleinen Einkaufs- und Flaniermeile – oder eher „Meilchen“: Die Buchhandlung ist nun direkt im Zentrum und wird viel mehr wahrgenommen und zieht vielleicht auch wieder diejenigen an, die eigentlich gar nicht so viel Bücher lesen bzw. sich überhaupt dafür interessieren. Aber jeder kennt das beim Bummeln, dass man gerne in den ein oder anderen Laden spaziert, wenn dieser eh schon direkt parat ist. Im Inneren fühlt man sich eigentlich definitiv sehr wohl. Anfangs ist das Auge etwas überladen, dennoch ist der gesamte Laden wunderbar kategorisch sortiert und nun auch bei 5 Mal größerem Sortiment. Die Ladenatmosphäre und -design sind also sehr hübsch mit dem feurigen Rotton von Osiander in Kombination mit Holztönen, überaus abgestimmt.

Dabei ist mir auf den ersten schnellen Blick bisher nur aufgefallen und auch schon von Verwandten und Bekannten zugetragen worden, dass das Personal bisher stark am kämpfen ist, bezüglich der Vergrößerung. Klar,  denn mehr Fläche bedeutet immer mehr Arbeit und Stress, darauf muss sich das ursprüngliche Ritterteam erst einmal einstellen. Ich schätze nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kundschaft schwelgen noch der alten kleinen Buchhandlung nach. Mir geht es in jedem Fall genau so, daher wünsche ich dem – ursprünglich Ritter-Team – nun Osiander-Team alles Gute!


Und nun zu den Indiebüchern: Wunderbare Aktion der indiebookday! Auch wieder dabei sind We read Indie. Die Challenge besteht darin, in 52 Wochen – 52 Bücher zu lesen. Mir war sofort klar das werde ich aktuell bestimmt nicht schaffen, aber ich werde mir zumindest 1 Buch auf dieser Liste gönnen. Das schöne: Indiebookchallenge hat eine Themenliste erstellt, die zur Anregung und Motivation zur Verfügung steht. Wenn ihr alles drum herum lesen wollt und wie das Ganze genau funktioniert, dann könnt ihr das hier. Ich werde mich die Tage mal ausführlich an die Liste machen und mir ein Leseziel stecken und auch in genau der vorgegebenen Themenwoche vorstellen und rezensieren. Ich hoffe ihr werdet auch fündig und vorallem ein Teil davon. Und da bald der 24. März vor der Tür steht, ran an die Bücher!

Mit den liebsten Lesegrüßen nun mehr vom Allgäu.

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[Geplauder] Indiebücher und Offline-Buchhandel.

Hier und da hört man über die verschiedensten lebenserhaltenden-Buch-Maßnahmen. Zum einen stolperte ich in letzter Zeit schon häufiger über solch´wunderbare Ideen, wie beispielsweise die von We Read Indie. Hierbei werden nämlich Kleinverlage und unabhängige Verlage unterstützt. Ich persönlich bekomme sehr wenig mit über sogenannte „Indiebücher“, da die meisten Buchläden auf die Bestsellerliste der großen Verlage setzen. Umso besser gefällt mir also die Idee hinter dem We Read Indie-Projekt und deshalb werde ich auch versuchen Indiebücher zu lesen und das Ganze zu unterstützen.

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Zum anderen konfrontieren einen ganz lokale Nachrichten vom Lieblingsbuchladen um die Ecke – oder eben in der etwa 300km entfernten Heimat, würde aber unelegant klingen –, dass dieser von einem Titanen wie Osiander übernommen wird. Unzufriedenheit, Raunen und Entsetzen gabs´ da auch an meinem Familientisch. Denn meine Eltern kaufen nicht nur dort seit Jahren ihre Lieblingsstücke, sondern nehmen auch regelmäßig an den kleinen Lesungen im Buchladen teil und sind überzeugte Unterstützer des Offlinemarkts. Dazu sollte gesagt sein, dass Wangen im Allgäu – ganz südlich und gar nicht weit vom Bodensee – ein kleines aber doch aufstrebendes Städtchen ist. Mit den etwa 27 000 Einwohnern sind wir also mit einem kleinen persönlichen Buchladen sehr zufrieden und wollen es auch gar nicht anders.
Buchhandlung Ritter – so heißt der kleine heimische Buchladen nämlich – wird also schließen und von Osiander übernommen. Die Inhaberin, Frau Trautmann-Feßler, hat dazu auch in der Ritter-Post Stellung bezogen und eigentlich klingt diese Übernahme gar nicht so schlecht. Denn zum einen hat Ritter nicht die idealste Lage und zieht nun in die Fußgängerzone und die Ladenfläche vergrößert sich erheblich. Zum anderen – meiner Meinung nach am wichtigsten – das ganze Team darf bleiben.  Deshalb wichtig, weil die langjährige Erfahrung und das Wissen über den Lesegeschmack der Kunden zählen. Also kann so eine Veränderung auch etwas Positives haben, zumindest bin ich schon sehr gespannt auf die neue Ladenfläche und die größere Auswahl.

Seid ihr also auch Verfechter des Onlinemarkts und Unterstützer der kleinen Buchläden? Und lest ihr auch mal abseits der allgemeinen Bestsellerliste?