[Rezension] Alles über Heather.

„[…], seine Gedanken nun mehr unaussprechlich.“

Wärmstens empfohlen wurde mir das kleine Buch von Wissenstagebuch in meinem Beitrag zum Neujahr. Gekauft erst kürzlich und direkt am Tage darauf innerhalb zweier Stunden verschlungen.

978-3-498-09463-8Was vorweg zu sagen ist: Auch, wenn der grobe Handlungsablauf durch den Klappentext ein Stück weit vorhersehbar ist, so bleibt das Ende trotzdem unerwartet überraschend.

Mark und Karen Breakstone haben eine wunderbare Tochter: Ihr ganzes Dasein dreht sich nur um sie: Heather.

Bobby Klasky ist in seinem miserablen Leben niemals Glück oder Liebe begegnet. Doch jetzt weiss Bobby, was er will: Heather.

Mag sein, dass es etwas weniger plötzlich erscheint, da Weiner den tiefsten und auf schauerhafte Weise ehrlichsten Einblick in seine Figuren gewährt, den man selten in Romanen begegnet.

Ich muss auch gestehen, für dieses Buch habe ich sogar das aktuelle Leseprojekt Loney (Rezension folgt in Kürze) auf die Seite legen müssen. Alles über Heather ging einfach umwerfend leicht durch die Gedanken, wie weiche Butter in einem lauwarmen Topf. Es ist simpel verfasst, mit einem Hang zur Komik in etwas verschachtelten Sätzen. Beinah sympathisierend schildert Weiner alle Charaktere abwechselnd und verknüpft sie so bis zum dramatischen Ende – ich hoffe es sei mir gestattet dies vorweg zu nehmen, denn es ist definitiv kein typischer „Happy-End und a la Disneystory“ Roman. Zum Schluss sackt man in sich zusammen und grübelt über die gehegten Sympathien zu Figuren nach, die sich kontinuierlich in Gedanken beim Leseprozess fortgesponnen haben, um dann in der Gesamtheit als Netz, zum krönenden Schluss, erschüttert zu werden.

Was bleibt ist der Grundgedanke nach Gerechtigkeit. Was ist gerecht und wer handelt denn überhaupt gerecht?

Abschließend möchte ich doch noch auf das schöne Cover und die Buchmaterialien einen Toast aussprechen, denn nicht nur die Gestaltung des Einbands, sondern auch die Coverstärke und das Material sind wundervoll ausgewählt. Da bleibt mir nur ein Wort in den Raumzustellen um es zu beschreiben: Verborgen.

Anzumerken habe ich auch noch – und ja, mir ist vollkommen bewusst, dass ein Buch mit solch einer Gestaltung auch seinen Marktwert erzielen muss, vor allem da es auch noch so brillant ist – dass der Preis gerade grenzwertig ist in Anbetracht der Seitenzahl.

Rowohlt Hundert Augen
144 Seiten
16.00 €
ISBN 978 3 498 09463 8

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