[Geplauder] Neues Jahr, Neues lesen 2018.

Zumindest sollte das doch ein guter Vorsatz für das Jahr 2018 sein und werden. Denn zuletzt hatte ich nur mäßig, bis gar keine Zeit zu lesen und mich einfach mal für mehrere Stunden am Stück eingemummt zurückzuziehen. Doch ich denke, sobald zumindest meine Bachelorarbeit im März abgeschlossen sein sollte, dürfte das kein Problem mehr werden. Deshalb habe ich nicht nur für euch, sondern auch für mich schon fleißig Lesewünsche und Neuerscheinungen gesammelt und auf eine to-read Liste gesetzt.

Die bisherige Auswahl:

  1. Doris Knecht – Wald
  2. Slavenka Drakulic– Dora und der Minotaurus
  3. Andrew Michael Hurley – Loney
  4. Andy Morton – Diana. Her true story
  5. Thomas Mann – Buddenbrooks
  6. Charlotte Brontë – Jane Eyre
  7. Matthew Weiner – Alles über Heather (Tipp von @Wissenstagebuch)
  8. Colleen Oakley – Die kuriosen Symptome der Liebe
  9. Jane Gardam – Die Leute von Privilege Hill
  10. Haruki Murakami – Von Männern, die keine Frauen haben
  11. Ingrid Noll – Falsche Zungen
  12. Penelope Fitzgerald – Die Buchhandlung
  13. Kit de Waal – Mein Name ist Leon
  14. Laurence Sterne –  Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman (Tipp von @Malte H.)
  15. Peter Stamm –  Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt  (Lesung)
  16. Meg Wolitzer –  Das weibliche Prinzip
  17. Jeannette Walls – Schloss aus Glas
  18. Thomas Glavinic – Das größere Wunder
  19. Janet Lewis – Die Frau, die liebte
  20. Lars Lenth –  Der Lärm der Fische beim fliegen
  21. Emily Ruskovich – Idaho
  22. Axel Ransich – Nackt über Berlin
  23. Max Scharnigg – Der restliche Sommer
  24. Jens Sparschuh – Das Leben kostet viel Zeit
  25. Tommi Kinnunen – Wege, die sich kreuzen
  26. Robert Seethaler – Ein ganzes Leben
  27. Svenja Flaßpöhler – Die potente Frau
  28. Anthony Horowitz – Die Morde von Pye Hall
  29. Wolfram Eilenberger – Zeit der Zauberer
  30. Mary Beard – Frauen und Macht
  31. Andrew Sean Geer – Mister Weniger
  32. Maggie Nelson – Bluets

[Diese bisher noch bedürftige Auswahl wird sich sicher stetig noch ändern und erweitern, denn nicht alle Bücher lassen sich an einem Tag entdecken. Dabei ist wahrscheinlich auch auffällig, dass ich nicht nur Neuerscheinungen aus diversen Genres lese, sondern auch Klassiker.]

Vielleicht habt aber auch ihr schon das ein oder andere Werk auf meiner Liste gelesen oder kennt es sogar. Ihr könnt mir auch ganz einfach auf Goodreads folgen und sehen was ich lese und lesen möchte.

Habt ihr noch einen genialen Lesetipp für das neue Jahr?

Buch Wien – Teil I.

Nachdem wir also am Bahnhof in St. Pölten in Richtung Wien losgezogen sind, war die Vorfreude auf unendlich viele Bücher und die Buchmesse noch größer, als an den Tagen zuvor. Eine sehr gute Freundin und ich hatten uns nach langer Zeit wiedergesehen und beschlossen: Wir besuchen die Buchmesse in Wien. Da sie aktuell in St. Pölten lebt und Passau – das muss ich loswerden – eine weitaus erschwinglichere Variante bot, eine Buchmesse zu besuchen, taten wir das nun. Am Bahnhof in Wien-Meidlingen ging es zunächst weiter mit der S-Bahn Richtung Krieau. Kaum ausgestiegen und den Kopf einmal geschwenkt, stand man direkt vor dem mächtigen Gebäude, in welchem die Buch Wien hausierte. Zu 9783351036430Beginn sind wir ein wenig orientierungslos durch die einzelnen Verlagsstände geschlendert, doch um Punkt 12.00 fanden wir uns am Literaturcafé mit der kleinen Bühne wieder und lauschten der Lesung mit anschließendem Interview von Slavenka Drakulic und ihrem Buch Dora und der Minotaurus. Zugegebenermaßen hatte ich mich wenig informiert und bin im Nachhinein sehr froh darüber, denn so hatte es einen Hauch von Überraschung und die Neugier darauf war geblieben.
In ihrem vorgestellten Buch ging es um Dora Maar und ihrer Beziehung zu Pablo Picasso. Insbesondere um ihre gewissermaßen „materielle“ Fühlweise gegenüber Picasso. Denn wie Drakulic selbst im Interview erzählte, war Pablo gewissermaßen ein Genie und sah die Welt mit ihren Lebewesen ganz anders. Er sah sie als Material und Stoff für seine Kunst an und weniger das menschliche in ihnen, wie in Dora Maar.
„So eine Geschichte über solch eine Frau zu schreiben, geht wohl nicht ohne die Entzauberung eines solchen Liebhabers“, hinterfragte die Moderatorin Annemarie Türk. Drakulic erklärte daraufhin, dass sich eine solche Geschichte schlecht ohne diese schreiben und erzählen ließe. Es beschrieb Picasso aus der Nähe und zeigte eine ganz neue Dimension zwischen den beiden mit ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit. Dabei wies sie auf Picasso eben als dieses Genie hin. Dass jedes Genie ein Kannibale sei, insofern absorbieren sie alles, sprich die Menschen und die Welt in der sie leben und betrachten alles als Material für ihre Kunst. Dora wollte in dieser Geschichte mehr sein und herausstechen. Aber dies betraf nicht nur sie, bemerkte Drakulic, sondern auch alle anderen Frauen in Picassos Leben. Sie alle stellten diese Materialität für ihn dar.

Da ich das Buch Dora und der Minotaurus noch nicht gelesen habe, stand für mich sehr schnell fest, ich muss es haben. Denn die kurzen Leseausschnitte waren scharfsinnig, tief und machten nachdenklich. Mir gefiel ihre Art aus Doras Sicht zu schreiben. Daher empfehle ich jedem, der Interesse an Picasso als Genie und komplizierten Liebesbeziehungen hat, dieses Buch zu lesen. Etwas schade fand ich, dass der Aufbau-Verlag keinen Messestand hatte und entweder habe ich es übersehen oder ich bin am Ende der Lesung zu schnell von Dannen gezogen, aber ich sah leider keine Möglichkeit ihr Buch auf der Messe zu erwerben.

dav

Teil II findest du hier.